Fairtrade-Story

Pionierarbeit

Alles begann 1996 mit einem Besuch von Bert Beekman, dem Gründungsdirektor der niederländischen Max Havelaar Stiftung, der Frachtraum für den Seetransport einiger weniger Paletten  „fair gehandelter“ Bananen nach Europa suchte. Mike Port war neugierig und begann, sich für die Fairtrade-Idee zu begeistern. Die Ideale und Standards des Systems passten gut zum Verständnis der familiengeführten Firmengruppe von langfristigen und partnerschaftlichen Handelsbeziehungen zu den Lieferanten. Doch nur der Transport war ihm zu wenig. „Wenn schon, dann richtig“, dachte er sich und entschied, Fairtrade-Bananen selbst zu verkaufen. So wurde kurzerhand die Marke „Fairnando“ geboren und man zählte 1997 zu den Pionieren, die Bananen mit dem Fairtrade-Siegel nach Europa importierten.

Da Fairtrade-Kaffee, -Tee und -Schokolade erst wenige Jahre in deutschen Supermarktregalen präsent waren, war das Verbraucherinteresse noch relativ gering – genauso wie die Anzahl der Verkaufsstellen, die bereit waren, Fairtrade-zertifizierte Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen. Zu unbekannt war das Siegel zu dieser Zeit. Hinzu kamen Qualitätsprobleme, die dem Projekt keinen einfachen Start bereiteten. Ende 1997 trat in Südamerika das Wetterphänomen „El Niño“ auf und sorgte für starke Regenfälle und Überschwemmungen in den Anbaugebieten. Alle Bananen der Region waren davon betroffen, und so war für einen großen deutschen Einzelhändler, der kurz zuvor mühsam als einer der ersten deutschlandweiten Abnehmer von Fairtrade-Bananen gewonnen worden war, das Experiment dadurch schnell wieder beendet.

Nicht nur auf dem deutschen Markt war für die fairen Bananen aller Anfang schwer. Auch in den Produktionsländern musste einiges an Aufbauarbeit geleistet werden. Der faire Handel hat zum Ziel, Kleinbauern und Produzentenkooperativen Zugang zum Weltmarkt zu verschaffen. Viele Produzenten von Fairtrade-Bananen hatten aus diesem Grund bisher keinerlei Erfahrung im Export frischer Früchte. Sie produzierten lediglich für den Eigenbedarf oder verkauften ihre Früchte auf lokalen Märkten. Die Qualität der ersten Lieferungen war daher sehr unterschiedlich und es brauchte einige Zeit, alle Produzenten auf ein einheitliches Qualitätsniveau zu bringen. Mike Port hat die Produzenten mit seinem Wissen über die Produktion und den Export von Bananen während dieser Aufbauphase intensiv unterstützt und tut dies bis zum heutigen Tag.

Import von Fairtrade-Bananen heute

Der lange Atem, den Port bewiesen hat, wurde schließlich belohnt. Das Netzwerk der Produzenten, die ihre fairen Bananen nach Europa schickten, wuchs stetig. Heute sind über 3.000 Bauern Fairtrade-zertifiziert und profitieren von den ganzjährig stabilen Bananenpreisen und der zusätzlichen Fairtrade-Prämie.

Qualitativ spielen die Fairtrade-Bananen mittlerweile in der ersten Liga und sind zu über 90 Prozent zusätzlich auch Bio-zertifiziert. Bei ihrer Produktion wird also auf chemische Pflanzenschutzmittel oder umweltbelastende Düngemittel verzichtet. Dies ist ein Erfolg des Fairen Handels, denn die stabilen Fairtrade-Preise und vor allem die zusätzliche Fairtrade-Prämie ermöglichen es den Bauern, sich nach dem Standard der EU-Bio-Verordnung und den darüber hinausgehenden Anforderungen des Handels zertifizieren zu lassen.

Auszeichnung mit dem Fairtrade-AwardFairtrade Award

Für die Konsequenz, die Nachhaltigkeit und das Durchhaltevermögen, mit dem Mike Port deutsche Fairtrade-Organisation Transfair e.V. beeindruckte, wurde Port mit dem Fairtrade-Award 2012 ausgezeichnet, für den auch bekannte Marken wie Pfanner Fruchtsäfte und Ben & Jerry’s Eiscreme nominiert waren und der von einer unabhängigen Jury vergeben wird.

Der Fairtrade-Award 2012 war eine Bestätigung der Erfolge im 20-jährigen Handel mit Fairtrade-Bananen, aber auch eine Bestätigung der Expertise aus über 100 Jahren Bananenimport der Familie Port.

Externe Links

> Transfair e.V.

> Fairtrade e.V.

> Max Havelaar Schweiz

Fairtrade Bananen
Fairtrade Bananen
Fotos: TransFair e.V. / Santiago Engelhardt